Wien, Wien nur Du allein…

Haben Wien und München etwas gemeinsam außer dem Karlsplatz? Auf jeden Fall! Beides sind Großstädte mit Herz. Laut einem Ranking der Beratungsgesellschaft Mercer ist Wien sogar die lebenswerteste Stadt der Welt. Na, ob wir Münchner das glauben können?

Im Prinzip sind sich München und Wien sehr ähnlich, aber doch komplett verschieden. Das sieht man z.B. am Wiener Schmäh versus dem Münchner Grant.

Der Wiener Schmäh ist ein den Bewohnern von Wien eigentümlicher emotionaler humoristisch-verniedlichender, arglistig-böser, leicht grantelnder, aber doch liebenswert, ja fast freundlicher, lebensbejahender aber trotzdem leicht melancholischer Gemütszustand. Das hört sich verdammt kompliziert an und ist für viele anfangs auch gewöhnungsbedürftig.

Die dazu gehörige österreichische Gelassenheit zeigt sich oft und gerne im Alltag: „Schau‘ ma mal“ ist wohl eine der am häufigsten ausgesprochenen Phrasen in der österreichischen Sprache und bekundet grundsätzliches Interesse, verbunden mit einer gewissen Unsicherheit über die Realisierbarkeit des Anliegens.

Und das verbindet uns Münchner (ich nehme mich da mal mit rein auch wenn ich natürlich kein waschechter Münchner bin) wieder mit den Wienern. Denn was den Wienern der Schmäh ist den Münchnern der Grant. Und dieser drückt sich aus in typischen Sätzen wie: „Ja mei, es hilft ja eh nichts“, „Alles hat zwei Seiten, eine schlechte und eine noch schlechtere“ oder „Mia is ois Wuascht“, oder eben „Schaun mer mal, dann sehn mer scho.“

Ohne zu granteln könnte der echte Münchner nicht existieren. Und wenn man den Begriff weiter fasst, dann geht es auch nicht nur um schlechte Laune: Der Grant ist manchmal traurig und düster, manchmal lustig, spöttisch und derbleckend, dann wieder renitent, wütend und auftrumpfend. Der Münchner Grant hat viele Facetten, genau wie der Wiener Schmäh.

Allerdings ist der Wiener sehr viel gelassener – da können wir Münchner glatt noch was lernen.

Weitere Gemeinsamkeiten? Was dem Münchner sein Bier, ist dem Wiener sein Wein. Wenn das nicht trotz seiner Unterschiedlichkeit verbindet, dann sind quasi Hopfen und Traube verloren. Also auf nach Wien und in der Freizeit etwas Gelassenheit tanken und mal Wein statt Bier probieren.

Die Hauptstadt von Österreich hat durch seine Lage im Zentrum Europas immer schon eine sehr wichtige Rolle in den verschiedenen Phasen der europäischen Geschichte gespielt. Das ist sicher auch einer der Gründe für die vielen eindrucksvollen Bauten, Denkmäler und Parks…

Wer seine Freizeit in Wien verbringt, der hat viel zu tun!

Stephansdom

Der Stephansdom Wien mit der berühmten Glocke „Pummerin“ ist das Wahrzeichen Wiens. Von den Wienern liebevoll auch „Steffl“ genannt.

Hofburg

Die Wiener Hofburg war einst die Residenz der römisch-deutschen Kaiser und ist heute der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten. Sie besteht aus einem Ensemble gleich mehrerer historischer Gebäude, darunter u.a. die Silberkammer, das Welt-Museum, die Spanische Hofreitschule und vieles mehr.

Albertina

Die Albertina ist heute das meistbesuchte Museum in Wien. Im Jahre 2003 neueröffnet, zeigt sich die Albertina in einem modernen Licht. Ums Eck ist übrigens gleich das Hotel Sacher, für alle die sich vor oder nach dem Besuch der Albertina stärken wollen.

Museumsquartier (MQ)

Das Museumsquartier ist eines der zehn größten Kulturareale der Welt. Das Museumsquartier beherbergt drei der bekanntesten Museen Wiens: Das Leopold Museum, das Mumok (Museum moderner Kunst) und die Kunsthalle.

Schloss Schönbrunn

Schönbrunn ist das größte Schloss und eines der bedeutendsten und meistbesuchten Kulturgüter Österreichs. Das Schloss mit seinem etwa 160 ha großen Park sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Tiergarten Schönbrunn ist eine der Hauptattraktionen im Schlosspark und zudem der älteste noch bestehende Zoo der Welt.

Palmenhaus Schönbrunn

Naschmarkt

Der Naschmarkt in Wien ist ein beliebter Anziehungspunkt zum Einkauf von Lebensmittel aller Art und als Treffpunkt für einen leckeren Imbiss, ein Gläschen Wein oder eine Melange unter freiem Himmel bestens geeignet (quasi des etwas andere Gegenstück zum Münchner Viktualienmarkt). Jeden Samstag findet zudem ein Flohmarkt statt und es gibt Verkaufsstände der regionalen Bauern, die ihre Ware anbieten.

Naschmarkt Wien

Prater

Abenteuer, Tradition und Wiener Charme zugleich – das ist der berühmte Wiener Prater. Dort warten über 250 verschiedene Attraktionen wie Achterbahnen, Geisterbahnen, Karussells u.v.m. Natürlich findet man hier auch das weltbekannte Wiener Riesenrad und andere Jahrmarkt-Klassiker.

Shopping

Der Graben Wien ist die Fußgängerzone und exklusive Einkaufsmeile im Herzen der Innenstadt. Der auf die Römerzeit zurückgehende Straßenzug hat den typischen Flair der damaligen Zeit.

Seit 1974 wurde auch die Kärntnerstraße zur Fußgängerzone umgestaltet. Sie lädt Wiener und Touristen gleichermaßen zum Shopping, Flanieren und Verweilen ein. Hier gibt es einen vielfältigen Mix aus historischen Gebäuden, traditionellen Betrieben und internationalen Flagship-Stores.

Wer etwas „günstiger“ Einkaufen gehen möchte, dem sei die Mariahilferstraße empfohlen.

Wiener Schnitzel

Das Wiener Schnitzel gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Wiener Küche und gehört bei jedem Wienbesuch auf die Speisekarte. Ich möchte keine Werbung für das bekannteste Schnitzel Wiens machen. Aber beim Figlmüller bekommt man ein wirklich gutes Wiener Schnitzel. Da das aber leider auch alle anderen Wienbesucher wissen, sollte man unbedingt vorher reservieren. Das geht übrigens auch ganz praktisch online.

Wiener Schnitzel

Kaffeehäuser

Das Wiener Kaffeehaus ist eine typische Wiener Institution, die bis heute ein wichtiges Stück Wiener Tradition bildet. Anders als in einem normalen Café ist es im Wiener Kaffeehaus durchaus och üblich, dass man als Gast, der nur einen Kaffee bestellt hat, stundenlang an seinem Tisch sitzen bleibt und die vorhandenen Zeitungen ausgiebig studiert. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden von den führenden Literaten des Landes verschiedene Kaffeehäuser nicht nur als Orte des Gedankenaustausches genutzt, sondern auch direkt zum Schreiben, man spricht hier auch von „Kaffeehausliteratur“.

Die Einrichtung des typischen Wiener Kaffeehauses reicht von gemütlich-plüschig bis hin zu kühl-stilvoll. Als klassisch gelten auch Kaffeehaustische mit Marmorplatten. Die Kaffee-Spezialitäten werden meist auf einem kleinen Silbertablett mit einem Glas Leitungswasser serviert.

In einem Wiener Kaffeehaus werden meist auch kleine Speisen wie Mehlspeisen, Torten oder wie im Café zum schwarzen Kameel die berühmten pikanten Brote angeboten. In einigen Kaffeehäusern erhält man allerdings auch die volle Auswahl an Gerichten der Wiener Küche. Wem das Hawelka zu voll ist, dem sei der Bräunerhof um die Ecke empfohlen.

In einem Wiener Kaffeehaus bestellt man übrigens niemals nur einen Kaffee. Man bestellt z.B. eine Melange, einen Einspänner, einen kleinen oder großen Braunen… Wer schon in Wien ist, sollte auf jeden Fall eines der traditionellen Kaffeehäuser besuchen und sich nicht einen Coffee-to-go bei „Buckstars“ oder einem der anderen unsäglichen ToGo-Experten holen. Es reicht schon, wenn in München alle mit Papp-Bechern umherlaufen.

Hier die wichtigsten Kaffee-Spezialitäten:

  • Kleiner Schwarzer: Ein Mokka in kleiner Schale, der wie ein Espresso mit heißem Wasser unter Druck extrahiert wird.
  • Kleiner Brauner: Ein Mokka, der mit Kaffeeobers serviert wird.
  • Verlängerter (Brauner / Schwarzer): Ein Verlängerter ist ein kleiner Brauner / Schwarzer der jedoch mit der doppelten Menge Wasser hergestellt wird.
  • Großer Brauner : Ein doppelter Mokka, der mit Kaffeeobers in großer Schale serviert wird.
  • Melange: Die Wiener Melange ist eine der bekanntesten Kaffee Spezialitäten Österreichs. Ein kleiner Mokka, etwas verlängert, mit warmer Milch versetzt und mir Milchschaumhaube in großer Schale serviert.
  • Franziskaner: Der Franziskaner ist eine Melange mit Schlagobers statt mit Milchschaumhaube.
  • Einspänner: Der Einspänner ist ein Mokka mit aufgesetztem Schlagobers, serviert mit einem extra Staubzucker-Streuer am Tablett.
  • Kapuziner: Der Kapuziner ist ein doppelter Mokka mit wenigen Tropfen Schlagobers, sodass der Kaffee die Farbe einer Kapuzinerkutte annimmt.

Kaffeehaus

Der Wiener Heurige

Er ist minHeurigerdestens so bekannt wie das Riesenrad, Schloss Schönbrunn oder die Wiener Sängerknaben: Der echte Wiener Heurige. Ob in Neustift, Heiligenstadt, Sievering, Nussdorf oder Grinzing – urgemütliche Wiener „Heurige“ gibt es (fast) überall.

Den echten Wiener Heurigen, in dem ausschließlich Wiener Wein ausgeschenkt wird, erkennt man am Föhrenbuschen und an einer Tafel mit dem Wort „Ausg’steckt“, das gleichzeitig anzeigt, wenn das Lokal geöffnet ist. Das Wort „Heuriger“ bezeichnet jedoch nicht nur das Lokal selbst, sondern auch den Wein vom aktuellen Jahrgang, der traditionell bis Mitte November so genannt werden darf. Wer echte Gemütlichkeit erleben will, der sollte nicht in eines der großen Touri-Lokale gehen, sondern in eine der kleineren Buschenschänken.

Bermudadreieck

Wer weniger am Wein interessiert ist, für den ist im Szeneviertel im 1. Wiener Gemeindebezirk immer was geboten. Das Wiener Bermudadreieck liegt am nordöstlichen Zugang zur Altstadt zwischen Schwedenplatz, Morzinplatz und Rotenturmstraße. Die U-Bahn-Station Schwedenplatz erreicht man mit den Linien U1 und U4 oder den Straßenbahnlinien 1 und 2.

Wer es etwas spezieller mag dem sei noch folgendes empfohlen:
Übrigens:

Wie auch in München gilt auf den Rolltreppen der Wiener U-Bahnhöfe ausnahmslos: “Rechts stehen, links gehen!” Wer sich daran nicht hält, bekommt die eher uncharmante Seite des Wiener Charmes zu spüren – besonders in der Rush-Hour.

Vorsicht!

Wenn Euch jemand, der wie eine billige Kopie von Mozart aussieht, Opern- oder Konzertkarten verkaufen möchte, sollte ein gesundes Misstrauen nie fehl am Platz sein.

Tickets sollte man lieber am Veranstaltungsort oder einer offiziellen Kartenvorverkaufsstelle kaufen. Eine gute Anlaufstelle ist auch die Tourist-Information bei der Albertina.

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