In wenigen Tagen strömen wieder Millionen Menschen aus aller Welt zum Oktoberfest nach München. Doch bevor Ihr Euch ins Getümmel wagt, solltet Ihr Euch gut überlegen, in welchem der großen Zelte Ihr denn feiern wollt, wobei es ehrlicherweise wohl einfach das Wiesn-Zelt sein wird, in das Ihr reinkommt, bzw. in dem Ihr einen Platz bekommt. (Hier gibt es Tipps, wie man auch ohne Reservierung einen Platz im Zelt bekommt).

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Aber für alle, die ein wenig früher als der Rest auf die Wiesn gehen können, eine kleine Entscheidungshilfe:

Die Kracher-Zelte

Schottenhamel

Schottenhamel

Hier wird das größte Volksfest der Welt traditionell eröffnet. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sticht hier vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an.  Sonst kommen überwiegend junge und feierwillige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt – ruhig geht es hier eigentlich nie zu. Wenn Du also jung bist und feiern willst, dann ab in den Schottenhamel. Die Kapelle Otto Schwarzfischer ist eine der besten auf der Wiesn.

Sitzplätze innen: 6.000, Sitzplätze außen: 4.000

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Himmel der Bayern

Hackerzelt

Alle singen „I will nur ins Hackerzelt, Hackerzelt“. Fast noch beliebter als der Schottenhamel ist das Hacker-Festzelt – oder für uns Münchner, der „Himmel der Bayern“. Mit seiner weiß-blauen Decke und den kleinen Wollen am Zeltdach ist es nicht nur eines der schönsten Zelte auf dem Oktoberfest, sondern was Stimmung, Publikum und Band (Die Kirchdorfer und die Cagey Strings Rock’n‘ Roll Band) betrifft, meiner Meinung nach auch das Beste.

Sitzplätze innen: 6.950, Sitzplätze außen: 2.400

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Schützenfestzelt

Schützenfestzelt

Auch im Schützenfestzelt werden bayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Das Schützenfestzelt wird dabei auch eher von Einheimischen als von Touristen aufgesucht, was an der Lage oder an der bierzelt-untypischen Optik liegen mag. Die Atmosphäre ist auch immer noch etwas „gemütlicher“ als bei den anderen großen Bierzelten.  „Die Niederalmer“ heizen die Stimmung mit Krachern aus Rock und Pop vor allem abends ordentlich an.

Sitzplätze: 5.440

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 Das Mittelfeld

Bräurosl

Bräurosl

Das Zelt ist vor allem bei uns Münchnern sehr beliebt.  Auch wenn es im Traditionszelt Bräurosl etwas uriger und gemütlicher zugeht, ist man hier auf der stimmungsvollen Seite: von 19:00 bis 20:00 Uhr treten die Südtiroler Spitzbuam ordentlich aufs Gas. Aber auch die Ludwig-Thoma-Musikanten müssen sich nicht verstecken. Am  ersten Wiesn-Sonntags wird es hier übrigens rosa, denn da ist „GaySunday“.

Sitzplätze innen: 6.200, Sitzplätze außen: 2.200

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Winzerer Fähndl

Winzerer Fähndl

Die Münchner lieben dieses Zelt vor allem auf Grund seiner „Gemütlichkeit“, die durch die zünftige Dekoration noch unterstrichen wird. Die breiten Gänge und die Balustraden sind auch gut für die eine oder andere Stehmaß geeignet.

Die „Nockherberger“ sorgen dabei für die richtige Bierstimmung und wir singen laut mit: „Rätätä rätätä Morg’n hamma Schädelweh, rätätä rätätä Schädelweh is schee!“

Wenn man an einem sonnigen Tagen zur Abwechslung mal draußen sitzen will, ist man hier übrigens am besten aufgehoben, denn das Zelt hat seinen Biergarten gen Süden ausgerichtet, so dass man die Herbstsonne ideal genießen kann. Die Wiesn, die Sonne und a Maß – was gibt es schöneres.

Sitzplätze innen: 8.450, Sitzplätze außen: 2.450

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Fischer Vroni

Fischer Vroni

Klein aber fein – das ist die Fischer Vroni. Das kleinste unter den großen Zelten ist eher bei den Münchnern und älteren Herrschaften beliebt. Vor allem natürlich wegen der weit über die Grenzen Münchens bekannten Steckerlfische. Vor dem Zelt kann man dabei zusehen, wie die Fische über der glühenden Kohle bruzzeln. Wenn man drinnen keinen Platz bekommt, kann man diese übrigens auch mitnehmen – „Bavarian Take-Away“, quasi.

Drinnen ist das Zelt gemütlich dekoriert und  Sepp Folger und seine Münchner Musikanten geben von einer „Schiffs-Bühne“ herab den (gemütlichen) Ton an.

Sitzplätze innen: 2.695, Sitzplätze außen: 700

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Hofbräu

Hofbräuzelt

Hier treffen sich Touristen aus aller Welt – hier trinken Australier, Italiener und Japaner um die Wette.  Und das ist nicht nur sprichwörtlich gemeint. Es liegt vermutlich am weltweit bekannten Hofbräuhaus, dass es alle Touristen in dieses Zelt zieht. Bayrische Gemütlichkeit findet man im Hofbräuzelt daher eher nicht, aber wenn man sich international betrinken will, ist man hier richtig.

Die Plattlinger Isarspatzen geben auch ordentlich Gas, wobei die Auswahl der Songs etwas reichhaltiger sein könnte.

Sitzplätze innen: 6.898, Sitzplätze außen: 3.022

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Traditions-Zelte

Augustiner

Augustinerzelt

Im Wiesnzelt der ältesten Brauerei der Landeshauptstadt feiern vor allem Münchner die bayerische Gemütlichkeit und damit sich selbst. Das Augustiner ist das einzige Zelt, in dem das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft wird. Zudem gibt es über 200 Stammtische aus den Münchner Biergärten hier – es geht also wirklich urig-gemütlich zu. Wer die große Party nicht braucht, ist hier absolut richtig. Und ob es hier wirklich, wie so oft behauptet, das beste Wiesnbier gibt, muß jeder für sich selbst entscheiden. Musikalisch untermalt wird der Zeltbesuch von der Augustiner Oktoberfestkapelle unter der Leitung von Reinhard Hagitte.

Sitzplätze innen: 6.000, Sitzplätze außen: 2.500

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Ochsenbraterei

Ochsenbraterei

Zünftig geht es auch  in der Ochsenbraterei zu. Ein großer Ochse am Spieß ist nicht nur über dem Eingang zu sehen, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern der Ochsenbraterei – „nomen est omen“. Der Ochse dreht sich tagsüber zu bayerischer Blasmusik von der Festzeltkapelle Bruno Gress. Am Abend schrauben dann „Die Pucher“ mit fetzigen Wiesnhits die Drehzahl nach oben. Obwohl die Ochsenbraterei als Traditionszelt gilt, ist die Stimmung vor allem abends wirklich sehr gut und durch die angenehm breiten Gänge macht es fast Spaß einen freien Platz zu suchen.

Sitzplätze innen: 5.900, Sitzplätze außen: 1.500

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Armbrustschützenzelt

Armbrustschützenzelt

Wie ein großes Voralpenhaus steht das traditionsreiche Armbrustschützenzelt auf dem OktoberfestEs gilt als urig und gesellig – wie auf einem bayerischen Dorffest treffen sich hier jung und alt, arm und reich. Das ist auch ein wenig das Problem des Zeltes, es will jedem gefallen und verliert dadurch etwas an Charakter. Die Platzl Oktoberfestkapelle befeuert mit ihrer Mischung aus traditioneller Blasmusik und aktuellen Oktoberfesthits die Stimmung im Zelt.

Kleiner Tipp: Das Zelt ist relativ lange offen. Und wenn es vorne zu ist, kommt man oft auch hinten noch locker rein.

Sitzplätze innen: 5.830, Sitzplätze außen: 1.600

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Löwenbräu-Festhalle

Löwenbräuzelt

Auch das Löwenbräu-Zelt bietet „Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt“. Und irgendwie stimmt es hier auch. Die Stimmung im Zelt ist wirklich gut. Das mag an der Band liegen.  Die Heldensteiner unter der Leitung von Bert Hansmeier haben die Gäste im Zelt abends ziemlich gut im Griff. Mittags geht es mit der Bert Hansmeiers Blaskapelle allerdings etwas traditioneller zu – was ja aber zur Mittagswiesn recht gut paßt.

Auch hier: Wenn andere Zelte schon zu haben, kann man im Löwenbräu-Zelt noch Glück haben. Einziger Nachteil: es gibt Löwenbräu-Bier – aber man kann ja nicht alles haben.

Sitzplätze innen: 5.700, Sitzplätze außen: 2.800

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Schicki-Micki

Marstall Festzelt

Marstall Festzelt

Der Sepp ist weg, aber der Dreischicht-Betrieb ist geblieben. Das Marstall-Zelt steht als Nachfolger des Hippodroms direkt am Haupteingang zur Festwiese. Die Wirtsleute wollten sich auf eine zünftige, aber auch familiäre Atmosphäre spezialisieren – aber ich denke, es hat sich im Vergleich zum „Promi-Zelt“ Hippodrom nicht allzu viel geändert.

Optisch orientiert sich das Zelt an den prächtigen Festzelten, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf der Festwiese standen. Das Thema Pferd ist dabei allgegenwärtig.  Nur die großen Herzfenster wirken etwas zu kitschig.

Tagsüber sorgt die „Münchner Zwietracht“ für eine gemütliche Festzeltstimmung, ab 18.30 Uhr gibt es Partymusik von den „ Oberbayern“.

Tipp: Wenn Ihr hier eine Reservierung in der ersten oder zweiten Schicht auf der Galerie habt, dann geht mindestens 20 Minuten vor Ende der Schicht hinunter in das Mittelschiff, denn sonst kehren Euch die Ordner raus aus dem Zelt und dann:  Der Spaß ist zu Ende!

Sitzplätze innen: 3.200, Sitzplätze außen: 1.000

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Käfer-Zelt

Käfer-Zelt

Mit einem original bayerischen Bauernhaus  und einer ausgefallenen Deko sorgt die Familie Käfer seit weit über 30 Jahren für sensationelle Stimmung auf der Münchner Wiesn. Hier fühlt sich vor allem die Promiwelt wohl. Aber keine Angst, dort wo Verena und Co. feiern, kommt man als normaler Gast (ohne Reservierungsband) nicht wirklich hin. Dafür findet man bei schönem Wetter draußen eine gemütliche Atmosphäre mit hohem Flirtfaktor.

Und:  Hier wird mit drei verschiedenen Wiesn-Bands bis 0.30 Uhr gefeiert. Wenn die anderen Zelte schon dicht machen und man selber noch nicht zu dicht ist und man vor allem am nächsten Tag keine wichtigen Meetings hat, sollte man mal vorbei schauen. Aber lieber das Zelt in dem man vorher war etwas früher verlassen: Denn um 23 Uhr stehen dann alle da und man kommt nicht mehr rein.

Sitzplätze innen:  1.164  Sitzplätze außen: 2.300, teilweise überdacht

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Das Weinzelt

Kufflers Weinzelt

Das Weinzelt hat als Besonderheit nicht nur beste Weine, teuren Sekt und noch viel teureren Champagner zu bieten. Die Inneneinrichtung ist wirklich sehr urig und erinnert an einen fränkischen Weingarten. Statt auf einfachen Bierbänken sitzt man hier auf gemütlichen Eckbänken, die sich in separaten Holzboxen befinden. Auch hier ist der Promifaktor sehr hoch – also Augen auf.

Weil das Zelt mit seinen knapp 2.000 Plätzen sehr gemütlich und die Beleuchtung ein wenig schummrig ist, soll hier auch heftig geflirtet werden.

Und: wie auch im Käfer-Zelt kann hier länger gefeiert werden. Gleich drei Bands sorgen für echt gute Stimmung. Es spielen von 11.00 bis 16.30 Uhr „Die Sumpfkröten – The Hot Frog“s, von 17.00 bis 20.30 Uhr „Die Blechblos’n“ und von 21.00 bis 0.30 Uhr „Die Högl Fun Band“.

Nachteil: Es gibt zwar bis 21 Uhr Hefeweizen, das ist aber mit 15.40 Euro auf den Liter gerechnet so teuer wie ein ganzer Kasten Bier. Die Preise für offenen Wein oder ein Weinschorle sind entsprechend.

Sitzplätze innen: 1.920, Sitzplätze außen: 580

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Einen sehr schönen Oktoberfest-Zeltguide, findet Ihr auch beim Alpenwelt Magazin. Einfach mal reinklicken und schlau machen.

Wo finde ich welches Zelt?

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Bildquelle: Oktoberfestaufbau, Aufnahmen von 2015